Unser Projekt zur Wiederbelebung alter Obstsorten und Raritäten heißt Adam und Eva.
Ursprünglichkeit, Nachhaltigkeit, Respekt vor der Natur und Vielfalt halten wir für sehr wichtig. Wir, das sind Barbara und Patrick Bechtold.

Obstsortenvielfalt oder Einheitsbrei?

Über Jahrtausende hat der Mensch aus den in der Natur vorkommenden Pflanzen jene Sorten selektiert, die seinen Nutzungsinteressen am besten entsprachen. Ziel war es unter anderem, Früchte zu züchten, die wohlschmeckender und größer waren, sowie regelmäßig Erträge lieferten. Der Höhepunkt der Sortenvielfalt gipfelte vor ca. 150 Jahren. Heute dominieren nur noch eine Hand voll Sorten. Von insgesamt 20.000 Apfelsorten landen letztendlich nur etwa 5 im Supermarkt.

Was sind „alte Obstsorten“?

Als alte Obstsorten werden jene Sorten bezeichnet, die vor 1930 entstanden sind. Bis dahin wurden neue Sorten stets durch Auslese von Sämlingen gewonnen. Erst ab den 1930er Jahren erfolgten gezielte Sortenkreuzungen. Die ältesten Sorten die sich bis heute erhalten haben, sind bis zu 500 Jahre alt.

Wozu „alte Obstsorten“?

Die Fülle an alten Obstsorten liefert ein breites Spektrum an Aromen, Inhaltsstoffen, unterschiedlichen Reifezeiten, sowie Verarbeitungsmöglichkeiten. So ist es möglich, individuell jene Sorte auszuwählen, die die eigenen Ansprüche optimal erfüllt. Es gibt spezielle Sorten für höhere Lagen, Sorten für den Frischverzehr, zum Lagern, zum Backen, zum Apfelmus kochen, uvm.
Da im Handel vorwiegend auf Lagerfähigkeit, uniformiertes Aussehen und gleichbleibenden Geschmack ohne Säure Wert gelegt wird, leiden Aroma, Individualität und Inhaltsstoffe.

Immer mehr Menschen leiden an einer Apfelallergie. Was viele jedoch nicht wissen: die Allergie ist sortenabhängig. Alte Sorten haben einen hohen Polyphenolgehalt. Polyphenol soll die allergenen Stoffe im Apfel unschädlich machen. Je länger ein Apfel lagert, desto höher ist der Allergengehalt. Allergiker sollten deshalb möglichst frische Äpfel essen.

Adam & Eva Sortenerweiterung

Wir säen Kerne aus edlen Obstsorten. So entstehen neue Sorten mit unterschiedlicher und weiter entwickelter Genetik.

Warum „Bio“?

Des öfteren werden wir mit der Frage konfrontiert, was denn an einem Baum "bio" sein soll.

Im Gegensatz zur biologischen Landwirtschaft dürfen in der konventionellen Landwirtschaft Pestizide (Unkraut-, Pilz- und Insektenvernichtungsmittel) ausgebracht werden. Dadurch werden die Bodenlebewesen und somit die Bodengesundheit stark beeinträchtigt. Außerdem sind in der konventionellen Landwirtschaft synthetische Düngemittel erlaubt, welche unter hohem Energieeinsatz hergestellt werden. Phosphor und Stickstoff sickern ins Grundwasser und belasten unser Trinkwasser. Ein Teil des Kunstdüngers verpufft in der Luft und trägt somit zum Klimawandel bei.

In der biologischen Landwirtschaft steht die Bodengesundheit im Mittelpunkt. Pestizide sowie synthetische Düngemittel sind verboten. Ob dies auch so gehandhabt wird, unterliegt strengen Kontrollen von unabhängigen Organen.Die Vitalität der Pflanzen wird durch Fruchtfolge und Kompostwirtschaft unterstützt. Durch komplexe Vorgänge in einem gesunden Boden und einem Zusammenspiel von Pflanze und Mikroorganismen werden der Pflanze jene Nährstoffe zur Verfügung gestellt, die sie gerade braucht. Die Pflanzen bilden eine höhere Wurzeldichte mit einem höheren Feinwurzelanteil aus. Des weiteren zeichnen sie sichdurch eine höhere Widerstandsfähigkeit gegenüber Krankheiten, sowie eine bessere Frost- und Trockenheitsresistenz aus.

Gesundheitswert des Apfels

„An apple a day keeps the doctor away“, lautet ein englisches Sprichwort. Äpfel enthalten leicht verdauliche Kohlehydrate, Vitamin C, Mineralstoffe, Flavonoide und Pektine. Wer regelmäßig Äpfel isst, stärkt seine Gefäße und beugt Schlaganfällen und Herzkrankheiten vor. Äpfel kurbeln unser Immunsystem an und sind sehr wertvoll für die Verdauung. Außerdem unterstützt der regelmäßige Apfelverzehr einen gesunden Nerven- und Muskelstoffwechsel.

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